SPACE CHASER - Dead Sun Rising



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Die Berliner Rabauken von Space Chaser haben ein neues Eisen im Feuer. Die alles wegbrennende Langrille "Dead Sun Rising" erscheint am 07.10. über This Charming Man Records.
Ui, man merkt nicht nur am Cover, sondern auch gleich beim Opener „Metro Massacre“, dass die Berliner eine ganze Schippe Düsternis nachgelegt haben, aber nicht ohne die Eingängigkeit und Hymnenhaftigkeit zu verlieren. Gereift nennt man das wohl. Der Gitarrensound ist richtig sehnig und heavy und Sänger Siggi übertrifft sich selbst in puncto Kraft und Variabilität. Sehr geil. Mir scheint, dass die Band sich bemüht hat, das überdreht comic-hafte abzulegen, zumindest kommt das bei mir so an: dafür sind die Gitarrenarrangements ausgefeilter, aggressiver und cooler als zuvor. Gesanglich pendelt Siggi immer wieder zwischen Dickinson und jungem Kiske, aber deutlich angriffslustiger als beide zusammen. In Sachen No Bullshit Thrash macht denen so schnell auf jeden Fall keiner was vor, die sind mit allen Wassern gewaschen. Und wie die das hinkriegen, das durchaus anspruchsvolle Material allein von der Geschwindigkeit her, geschweige denn in dieser gebotenen Tightness auch besoffen noch runterzuledern, bleibt mir ein Rätsel. Wer also nach der ersten Platte gedacht hat, Space Chaser machen die Tankard-Nummer: Hauptsache ballern und saufen, wird vielleicht sogar leicht enttäuscht sein. Aber wer sich für richtig gut gemachten und abwechslungsreichen Thrash Metal interessiert, kommt an dieser Band unmöglich vorbei. Da ist kein Gramm Fett dran, der Sound ist phänomenal transparent, dabei knackig und drückend. Und die Instrumentalisten haben sich noch einmal gesteigert: das Songwriting erinnert mich immer wieder an leichtfüssigere Slayer, Overkill, frühe Deathrow, Holy Moses, 80er Metallica oder natürlich Anthrax. Dieses Tempo!
„Anthem“ trägt den Titel nicht umsonst, den Maiden-Gedächtnis-Refrain muss man erst mal bringen. Können! „Judgement Day“ ist ein Riffgewitter auf derart hohem Niveau, dass mir die Kinnlade runterfällt, inklusive wundervollem Cliff Burton-Bass-Outro. „Xenomorph“ beweist direkt im Anschluss, das Space Chaser auch Midtempo-Nummern beherrschen, hier melodischer als bei meinem Lieblingssong „Predator“, aber nicht minder überzeugend: riesengroßer Refrain im High End Format und das Endriff ist ein so endcooler Schädelspalter, da freu ich mich jetzt schon auf die Konzerte. Wie viel Metal Herzblut in dieser Scheibe steckt, ist wirklich unglaublich. „Dead Sun Rising“ ist mit Leichtigkeit die metalligste Metalplatte, die ich in diesem Jahr gehört habe: und ich höre gerne und viel Metal! True to the bone, trotzdem modern und ohne irgendwie angestaubt oder rückwärtsgewandt rüberzukommen. Metalheads unite und Mosh up the Unmoshed! Höchstwertung von meiner Seite, denn eine derarte Steigerung in Songwriting, Sound und Performance hätte ich denen nach dem ohnehin großartigen Debüt nie und nimmer zugetraut. So lasse ich mich aber gerne eines Besseren belehren!



Details:
Format: LP/CD
Releasedate: 07.10.2016
Label: This Charming Man Records
Cat#: TCM 068
Total: 11 Songs, 45 mins
File Under: Thrash Metal
Pressing: 1000xCD, 1000xLP (jewelcase singlewax LP)

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