LAFOTE - Fin

Foto Credit: tba

Release: 16 November 2018
Misitunes
LP, Digital

Das aktuelle Debüt-Album "Fin" der Hamburger Post-Punk Band Lafote erschien Ende November über das bandeigene Label Misitunes. Das komplette Album gabe es exklusiv beim Musikexpresss zu hören. Bitte HIER entlang! 

„Weil sie von glitschigem Spaghettieis singen und in Videos auf Pferden reiten können und trotzdem die Wut auf den ewig selben Trott und diese verflixte Dunkelheit einfangen, die durch alle Spalten dringt, sich anschmiegt und alles erstickt.” Musikexpress

Tourdates:
14.03.2019 Berlin, Urban Spree
15.03.2019 Bamberg, Pizzini
16.03.2019 Frankfurt, The Cave
17.03.2019 Köln, Die hängenden Gärten von Ehrenfeld
20.03.2019 Chemnitz, Atomino
21.03.2019 Leipzig, Ilses Erika
23.03.2019 Dresden, Groovestation w/ Klaus Johann Grobe -
28.03.2019 Braunschweig, Nexus w/ Die Kerzen
29.03.2019 Saarbrücken, Karate Klub
30.03.2019 Karlsruhe, P8
17.05.2019 Kassel, Schlachthof
07.06.2019 Pegnitz, Waldstock Festival

Werd das fantastische Video zu "Alles liegt in Scherben" verpasst haben sollte, schaue bitte HIER bei Noisey vorbei!

 "Jeder sollte mal wie Lafote in "Alles liegt in Scherben" durchs Hamburger Luxus-Idyll reiten" Noisey

Mitte September erschien bereits die erste Single "Der Riss geht auch durch dich hindurch". Hört gerne noch einmal HIER beim VISIONS Magazin rein.

NEØLYD sieht die ganze Sache so : "Lafote haben zwar keinen Elefanten, poltern aber trotzdem mit jeder Menge schlechter Laune durch den Porzellanladen. Das Trio kombiniert Postpunk mit deutschen Texten und zeigt auf seinem Debütalbum „Fin”, dass Hamburg als Kreativzelle deutschsprachiger Indiemusik immer noch ein Wörtchen mitzureden hat."

Wenn sich dort draußen der wütende Mob wieder im eigenen Angstschweiß badet, sich im Selbstmitleid suhlt, dann setzen sich LAFOTE erst einmal ruhig dem Treiben gegenüber. Nur, um im nächsten Moment die Tobenden ihrer eigenen Lächerlichkeit preiszugeben: röhrend und laut, dann filigran und gedämpft, in jedem Fall wohlüberlegt. Die Hamburger Band bespielt genau jene Schauplätze gesellschaftlicher Zerrissenheit, an denen wir alle uns immer öfter wiederfinden.

LAFOTE haben diesem ganzen Schwachsinn lange genug zugesehen. Die Band – bestehend aus Jakob Groothoff (Gesang/Gitarre), Malte Zimmermann (Schlagzeug) und Stefan Kühl (Bass)- gab bereits im Jahr 2013 erste Lebenszeichen von sich. Gemeinsam mit TRÜMMER fuhren sie schließlich im November 2014 aus Hamburg hinaus, um die Selbstbefreiung zu besingen. Dann, gerade auf dem Sprung, während die TAZ sie in ihrem Pop-Blog schon als Post-Punk-Hoffnung neben Künstlern wie ISOLATION BERLIN erwähnte, nahm sich die Band raus, entschied sich für die Zeit.

Zeit, um weiter Konzerte zu spielen, um die STERNE auf deren Tribute-Compilation zu covern („Wahr Ist Was Wahr Ist“). Nach einer kleinen Tour Ende 2017 fuhr die Band schließlich mit Produzent Helge Hasselberg (LEONIDEN, TRÜMMER) ins Sandraum Studio nach Großenrade, um ihre bis dahin erdachten Songs als Album aufzunehmen: „FIN“.

Inzwischen ist auch das Jahr 2018 fast schon ganz verbraucht, ungewöhnlich viel Zeit ist also vergangen, doch gäbe es keinen besseren Moment für das Erscheinen von „FIN“ als das JETZT. Das Debütalbum handelt von genau jenen Dingen, die uns alle angehen, die jeden Tag nerven, die überfordern, die nicht selten verschlingen und bisweilen auslöschen. „FIN“ trifft exakt das plagende Gefühl des Immer-schneller-Werdens und Verlorenseins der Jetztzeit und fasst seine Facetten in elf Songs.

Jakob Groothoff wühlt sich dabei in seinen Textzeilen durch den ganzen Alltagswahn, durch die ganze Scheiße, und macht klar, dass es sich hier um seine eigenen Erfahrungen handelt, wenn er die ersten Zeilen des Openers „Alles Liegt In Scherben“ formuliert: „Ich habe keine Kraft mehr / und ich habe auch keine Zeit / und es hat keinen Ort, den ich mir leisten kann“.

Ebenso wie JOCHEN DISTELMEYER erweist sich Groothoff als eindringlicher Beobachter seiner Umgebung. Doch Groothoff inszeniert sich nicht als intellektueller Beau, sondern gibt seine Gedanken mit einer kraftvollen, direkten Poesie wieder. „Ich habe einen Knoten in meinem Kopf und ich weiß nicht, was ich tun soll“, so die Formel der Selbstaufgabe, die er in „Knoten“ zehn, zwanzig, dreißig Mal besingt.

Über LAFOTE zu sagen, sie würden nach Hamburg klingen, wäre deshalb eine allzu schlichte Vereinfachung, würde der Band nicht gerecht werden. Natürlich kann man BLUMFELD oder die STERNE hier an vielen Ecken erkennen, wenn man möchte, das leugnet auch niemand. Dennoch kreieren LAFOTE eine neue Wut, die weit brachialer und erschütternder daherkommt. In der Essenz konzentriert sich die Band auf die Tugenden des Post-Punk mit vielen, kleinen melodischen Momenten hier und da.

Stefan Kühl wuchtet mit seinen Bassläufen die Songs voran, steigt dann gezielt ebenfalls auf die Melodien ein, um diese wieder konsequent zu zerstören. Gemeinsam mit dem dosiert verspielten Schlagzeugspiel Zimmermanns hält das die Band an, schneller zu machen, weiter zu gehen, hinein in die Atemlosigkeit, hin zur durch und durch physischen Erfahrung, wie man sie jüngst von DIE NERVENoder FRIENDS OF GAS erfahren durfte.

Wie diese schälen sich LAFOTE raus aus jener stumpfen Bequemlichkeit, die sich irgendwann so dick und breit gemacht hat. Eine Bequemlichkeit, die die Arschlöcher und Wutmobs viel zu lange zufriedenließ und selbst jetzt noch Mantras der Selbstgefälligkeit bemühen möchte: Alles gut so, wie es ist, ja, ja, ja. „FIN“ ist eine scharfsinnige Erklärung, die sich ausgesprochen dagegen sträubt. Text: David Hutzel

Die Tourdates werden präsentiert von prettyinnoise.de:
14.11. Hamburg, Pudel
15.11. Berlin, Monarch
16.11. Bremen, Spedition
17.11. Lüneburg, Anna & Arthur

Lafote
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